Bildermarkt: Gefahr durch die DS-GVO

Sollte die DS-GVO tatsächlich angewendet werden, würde sich auch der bisherige Bildvertrieb Schwierigkeiten ausgesetzt sehen, die enteignungsgleiche Wirkungen hätten. Die DS-GVO sieht zahlreiche Regelungen vor, die bei der Weitergabe von Personendaten zu beachten sind. Dazu gehören im Regelfall auch Informationen an die Personen, um deren Daten es geht.

Im Bildervertrieb gibt es oft weitreichende Lizenzierungsketten, oft auch paralleler Art, über die Bilder an Vertriebspartner weitergereicht werden. Die Berechtigung hierzu ist im Urheberrecht begründet, das über einschlägige EU-Richtlinien auch als wichtiges Wirtschaftsgut im EU-Binnenmarkt anerkannt ist.

Diese Lizenzierungen sind aber praktisch nicht durchführbar, wenn fotografierte Personen im Fall der Lizenzierung informiert werden müssten und eventuell auch Widerspruchs- oder Auskunftsrechte erhalten. Neben der praktischen Undurchführbarkeit kommt es auch zu einer von Bildkunden nicht immer gewollten Durchleuchtung ihrer Lizenzpolitik gegenüber Dritten. Damit wird der Lizenzmarkt für Bilder enteignungsgleich vernichtet.

Da Bildkunden Ausweichmöglichkeiten im Nicht-EU-/EWR-Ausland haben, besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass – wie teilweise aus Kostengründen schon jetzt zu beobachten – wesentliche Teile des Bildgeschäfts ins Ausland abwandern, wo die Bildproduzenten keinen solchen Dokumentations-, Informations- und Auskunftspflichten unterworfen sind. Nicht nur die damit verbundenen Folgen für EU-Unternehmen erscheinen fragwürdig. Auch kulturpolitisch erscheint es bedenklich, dass Bilderwelten aus dem Ausland, die immer auch kulturelle Werte transportieren, hierdurch entgegen aller Bemühungen der EU-Kulturpolitik weiter in die EU-Medien vordringen.


Hinzu kommt natürlich das Problem für Medien und die freie Meinungsäußerung und die Informationsfreiheit, wenn der Zugriff auf Bildbestände nicht mehr möglich wäre, weil durch eine Störung des Lizenzmarktes von Bildern keine aktuelle Berichterstattung und/oder geeignete Meinungsäußerungen und Informationen mehr möglich wären.
Bereits heute bemerken Fotoexperten, dass auf deutschsprachigen Buchtiteln, die eindeutig in Deutschland angesiedelte Themen behandeln, zahlreiche Fotos zu finden sind, die aus ausländischer Produktion stammen: so wurde beispielsweise schon 2007 das Cover des Buches „Nervöse Zone“ des Medienexperten Lutz Hachmeister, das explizit von der deutschen Medienszene handelte, mit einem Foto illustriert, das US-Journalisten zeigte. Ein sachlicher Grund dafür war nicht erkennbar, so dass anzunehmen ist, dass es an der unproblematischen und vermutlich auch preislich günstigen Bezugsquelle lag. Solche Zugriffe auf fremde Bilderwelten werden natürlich zunehmen, wenn die Bildproduktion in Deutschland behindert wird.


Hinzu kommt natürlich das Problem für Medien und die freie Meinungsäußerung und die Informationsfreiheit, wenn der Zugriff auf Bildbestände nicht mehr möglich wäre, weil durch eine Störung des Lizenzmarktes von Bildern keine aktuelle Berichterstattung und/oder geeignete Meinungsäußerungen und Informationen mehr möglich wären.

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